Advent mit allen Sinnen | Annemarie Nyqvist

4. Advent
Advent mit allen Sinnen: fühlen – hören – sehen – riechen – schmecken.
Advent ist ein lateinisches Wort und bedeutet „Ankunft“. Es ist die Vorbereitungszeit auf Weihnachten.
Riechen Sie schon etwas von Weihnachten? Was hoffen und erwarten Sie an Weihnachten?

Aus der Perspektive des Jesus-Kindes sah er an seinem Geburtstag: Stroh und Ochs und Esel und seine Eltern – geschenkte Liebe, aber kein Lametta.

Eine Geschichte
Eine Frau des Waldes kam ihre Freundin in der Stadt besuchen. Die vielen Geräusche, der Lärm, die Autos, die vielen Menschen – all das ist fremd für sie.
Plötzlich fragt sie ihre Freundin: „Hörst du auch die Grille zirpen?“
Die Freundin aus der Stadt meinte: „Du musst dich irren, hier mitten in der Stadt gibt es doch keine Grillen. Und wenn, dann wären sie bei dem Lärm nicht zu hören.“
Vor einer Hauswand bleiben die beiden stehen. Wilder Wein rankt an der Mauer. Die Frauen schieben die Blätter auseinander und da sitzt tatsächlich eine Grille.
„Du kannst eben besser hören als wir,“ meint die Frau der Stadt.
„Ich bin nicht sicher“, erwidert die Frau des Waldes und lässt ein 10Cent-Stück auf den Gehweg fallen. Es klimpert, Leute bleiben stehen, drehen sich suchend um.
„Siehst du, wir alle hören auf das, worauf wir zu hören gewohnt sind.“

 

Wir wünschen Ihnen einen gesegneten 4. Advent und den Duft der Weihnacht.
Weihnachten kann man ja förmlich riechen – dieser Duft nach Tannenzweigen, Plätzchen und Kerzen.
Vielleicht haben Sie heute die Gelegenheit, einmal neben Lebkuchen oder Punschdüften auch Stroh oder Heu zu riechen.

Ihre Annemarie Nyqvist
Krankenhausseelsorgerin im St. Adolf-Stift in Reinbek


Eine Geschichte
Nacherzählt aus: „Typisch! Kleine Geschichten für andere Zeiten“, 2005, Hamburg, Andere Zeiten e.V., www.anderezeiten.de

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