Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben | Charlotte Kegler

Manchmal ist es zum Verzweifeln. Da gibt man sich die größte Mühe. Plant, gestaltet und dann, einen Moment nicht hingesehen, ist der schöne Plan dahin. Man sagt ja: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Dieses Zitat von Friedrich Schiller trifft den Nagel auf den Kopf.

Mein „böser“ Nachbar macht sich in meinem Garten breit. Tag und Nacht taucht er, im wahrsten Sinne des Wortes, auf und hinterlässt seine Spuren. Es sind kleine Erdhaufen, unregelmäßig in meinem Garten verteilt. Sie ahnen es schon – ich rede von dem kleinen pelzigen Erdbewohner, dem Maulwurf.

Zuerst habe ich mich geärgert und die Erde der Haufen in den Beeten verteilt. Aber der kleine Quälgeist lässt sich nicht beirren. Er oder sie fühlt sich hier wohl genauso zuhause wie ich. Also was tun?
Ich habe zum letzten Mittel der Gärtnerin gegriffen – dem Spaten.

Nein, ich habe den kleinen Buddler nicht umgebracht. Stattdessen habe ich überall, wo Hügel waren ein Beet angelegt und Blumen gepflanzt. Jetzt kann er nach seinem Bedürfnis leben und ich habe feinste Erde in meinen Beeten. Win win.

Vielleicht lässt sich so auch das eine oder andere zwischenmenschliche Problem lösen?
Ich räume dem anderen den Platz ein, den er benötigt und er oder sie revanchiert sich mit dem, was sie geben kann.

Ich wünsche Ihnen eine schöne neue Woche in friedlicher Koexistenz mit Ihrem Nächsten.

Charlotte Kegler
Pastorale Mitarbeiterin

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