Dieser „kleine Tiger“ kam letztens sehr selbstsicher in die St. Marienkirche. Ob er die Kirchenmäuse suchte oder nach den Vögeln Ausschau hielt, die sich hier aufhielten? Dann aber ging er zielsicher die Altartreppen hoch. Wollte er auch zu Gast sein bei Jesus? Fühlte er sich angezogen von der Nähe und Liebe des Herrn?
Mich brachte dieses Bild zum Nachdenken und es fiel mir eine kleine Geschichte ein: Rabbi Baruchs Enkel, der Knabe Jechiel, spielte einst mit einem anderen Knaben Verstecken. Er verbarg sich gut und wartete, dass ihn sein Gefährte suche. Als er lange gewartet hatte, kam er aus dem Versteck, aber der andere war nirgends zu sehen. Nun merkte Jechiel, dass jener ihn von Anfang an nicht gesucht hatte. Darüber musste er weinen, kam weinend in die Stube seines Großvaters gelaufen und beklagte sich über den bösen Spielgenossen. Da flossen Rabbi Baruch die Augen über, und er sagte: „So spricht Gott auch: Ich verberge mich, aber keiner will mich suchen.“
Tragen wir diese Sehnsucht nach Gottes Liebe in uns?
Sind wir auf der Suche nach Gott?
Suchen wir seine Nähe?