Kategorie-Archiv: Geistlicher Impuls

Impuls zu Karfreitag, 15. April 2022

Jesus hat Judas geliebt und nicht ausgeschlossen

Willkommen zum Impuls der Pfarrei Heilige Elisabeth am Karfreitag von Gemeindereferentin Christiana Zynda.

 

 

Wofür wären Sie bereit zu sterben?

Die Verkündigung der Botschaft vom Reich Gottes, vom ganz Mensch sein, vom ganz heil sein in Gemeinschaft mit Gott, von einem Leben in Liebe und Frieden, in Wahrheit und Freiheit, in Gerechtigkeit und Barmherzigkeit nach Gottes Willen war Jesus Christus so wichtig, dass er bereit war, dafür zu sterben.

Hätte Jesus dem Kreuz entrinnen können?

Jesus hatte sich mit den Jüngern ganz bewusst auf den Weg nach Jerusalem gemacht, obwohl er wusste, dass einige Pharisäer und der Hohe Rat in Jerusalem ihm nach dem Leben trachteten, weil er in ihren Augen eine Irrlehre verbreitete im Namen Gottes und sich in ihren Augen nicht an die Gesetze hielt. Wenn Jesus in Galiläa geblieben oder davon gelaufen wäre, um sein Leben zu retten, hätte er die Botschaft verraten, dann hätte er Gott, die Jünger und auch uns verraten.

Denn wie hätte die Botschaft vom Reich Gottes die Menschen – so auch uns heute – erreichen sollen, wenn er dem Kreuz ausgewichen wäre? Sie wäre mit ihm untergegangen.
Jesus hat auch nicht verhindert, dass Judas ihn verrät. Er hätte Judas aus dem Kreis der Jünger ausschließen können, nachdem er ihn besser kannte und wusste, wie er denkt und handelt. Er hätte die Jünger gegen Judas aufbringen können, so dass die Jünger ihn ablehnen und wegschicken. All das hat Jesus nicht getan und nicht unter gelebter Liebe bis zum Schluss verstanden.

Jesus hat Judas geliebt und nicht ausgeschlossen, sondern ihn beim letzten Abendmahl dazu aufgefordert: „Was du tun willst, das tue bald.“

Da Jesus Judas nicht überzeugen konnte und Judas die Botschaft Jesu nicht verstehen konnte, hat Jesus Judas trotzdem darin bekräftigt, das zu tun, was er für richtig hielt, um eine Erkenntnis herbeizuführen. Jesus hat ihn nicht davon abgehalten, das Böse zu tun, obgleich er es nicht für gut hielt.

Vielleicht hatte Judas Jesus vor den Hohen Rat gebracht, damit Jesus als Messias endlich das Reich Gottes errichtet, die Römer vertrieben werden und er eines der Ministerien übernehmen kann. Er hatte mit Jesus gelebt und die Wunder, die Jesus im Namen Gottes, im Namen des Vaters bewirkte, erlebt. Und trotzdem hat er ihn nicht verstanden und den Verrat des besten Freundes gewählt.
Erst als Jesus zum Tod am Kreuz verurteilt wird, erkennt Judas, was er getan hat und nimmt sich selbst das Leben…

Für den Hohen Rat muss Jesus sterben, da Jesus von sich selbst sagt, der Sohn Gottes, der Messias zu sein. Für sie eine Gotteslästerung, denn Jesus wird in ihnen der Vorstellung vom glorreichen Kommen des Messias, des Gesalbten, des Erlösers und Retters in der Menschensohngestalt nicht gerecht. Nach dem Motto: Besser einer stirbt, als das viele verdorben werden.
Der römische Statthalter Pontius Pilatus verurteilt Jesus aus machterhaltenden Gründen zum schändlichen Verbrechertod am Kreuz, da er die Behauptung, Jesus sei der versprochene König, der den Römern die Herrschaft streitig machen will, nicht entkräften kann, ohne Jesus zu töten, auch wenn er an ihm keine Schuld erkennen kann.

Jesus Christus ist für seine Jünger, für uns Menschen, für dich und mich am Kreuz gestorben. Er hat damit alle Menschen, damit dich und mich gerettet, erlöst und von unseren Sünden befreit. Jesus gibt uns Halt und ermöglicht uns, uns in unserem Leben an seinem Kreuz festzuhalten, um unseren eigenen Weg zu gehen.

Am Karfreitag machen wir uns bewusst, dass Gott, den Jesus seinen Vater nennt, das Leid der Menschen nicht wegnimmt, aber mittendrin ist im Leiden der Menschen. Jesus Christus, der eins ist mit dem Vater, ist der Inbegriff von Gottes Treue und Liebe. Er möchte uns durch seinen Heiligen Geist Trost sein und Hoffnung auf eine Auferstehung und ein Leben mit ihm schenken.

Seien Sie mutig! Beherzigen Sie die Botschaft Jesu Christi, für die er gestorben ist, in Ihrem Leben, dann kann Ihr Leben trotz aller eigenen Kreuzwege in der Nähe Gottes gelingen.

Gründonnerstag – Geistlicher Impuls zum 14. April 2022

Jesus schenkt uns seine Liebe

Impuls zum Gründonnerstag der Pfarrei Heilige Elisabeth von Kordula Petrausch, Gemeindereferentin

„Wenn Sie wüssten, dass Sie morgen sterben werden, was wäre Ihnen heute wichtig?“

So erging es Jesus am Gründonnerstag.
Er wusste, dass er zum Vater, zu Gott, zurückkehren sollte. Er wusste auch, dass es ein leidvoller und schwerer Weg sein wird. Jesus ging diesen Weg freiwillig. Er beugte sich keiner Macht, keiner Gewalt. Er blieb sich und seiner Liebe treu und gab sein Leben hin für seine Freunde, ja für uns! Jesus stand also kurz vor seinem Abschied.
Was konnte er seinen geliebten Jüngern als Vermächtnis mitgeben? Als sein Testament. Welche Wegweisung war ihm wichtig?

Jesus feierte das Pessach Mahl, das Fest der Befreiung aus der Gefangenschaft in Ägypten. Alle Jünger waren versammelt. Auch Judas, der ihn später auslieferte. Diesem Fest gab Jesus eine neue Bedeutung. Früher wurde das Lamm geschlachtet und mit dem Blut die Türpfosten bestrichen, damit der Todesengel vorbei ging und keinen Erstgeborenen tötete. Nun wurde Jesus selbst zum Lamm, durch das wir Menschen gerettet werden. Er gab sich hin, starb für uns am Kreuz, um uns zu befreien von Schuld und Sünde. Darum nahm der das Brot und sagte „das ist mein Leib, der für Euch hingegeben wird“ und er nahm den Kelch mit Wein und sagte „das ist mein Blut, das für Euch vergossen wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

Dieses Mahl der Liebe, der Hingabe, verbindet uns bis heute mit Jesus. Es stärkt uns, schenkt uns Freude, Frieden und Versöhnung. Durch die regelmäßige Feier wandelt es uns immer mehr zu neuen Menschen in Christus.

So zieht Jesus uns an sein Herz, verschenkt seine Liebe, sein Leben an seinen Vater und an uns. Keiner hat je eine größere Liebe gelebt als unser Herr Jesus Christus!

Dieses ist das erste Vermächtnis. Der Evangelist Johannes beschreibt ein Zweites, was Jesus wichtig war. Beim Mahl legte Jesus sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und wusch seinen Jüngern die Füße und trocknete sie wieder ab. Er sagte zu Petrus, wenn er diesen Dienst nicht an sich geschehen lassen möchte, dann hat er keinen Anteil an ihm!  Darauf wollte sich Petrus ganz waschen lassen, da er unbedingt zu Jesus gehören wollte. Jesus sagte ihm, dass er ja schon vom Bad kommt, da reicht es, dass er ihm die Füße wäscht.

Wir Christen sind getauft, wir kommen vom Bad, da reicht es, wenn wir uns gegenseitig die Füße waschen. Jesus gab den Jüngern und damit auch uns den Auftrag, es ihm gleich zu tun! Wir sollen also einander dienen, uns gegenseitig Gutes tun, uns Liebesdienste erweisen. Wir sollen achtsam sein, spüren was für den Anderen gerade wichtig ist und was ihm gut tut.

Wir sollen einander dienen, wie Christus uns gedient hat.
Wir sollen einander lieben, wie der Herr Jesus uns geliebt hat.
So verabschiedete sich Jesus und bleibt damit doch gegenwärtig im Mahl der Liebe und im gegenseitigen Dienen.

Wenn Du weißt, dass Du morgen sterben würdest, was würdest Du tun?
Was wäre Dir wichtig?

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