Die Spur des Wassers | Stefan Mannheimer

Vorige Woche waren wir mit über 90 Kindern auf Kinderfreizeit. Wasser war unser Thema – irgendwie naheliegend an diesen heißen Tagen.
Eine Bibel-Entdecker-Tour führte uns in verschiedene Zeiten und an verschiedene Orte rund um das Thema Wasser. Schöpfung, die große Flut und Gottes Neuanfang mit Noah und den Seinen, Jona und der Wal, die Taufe am Jordan, das Wunder bei der Hochzeit zu Kana und die bedrohliche Seite des Wassers beim Sturm auf dem See. Täglich versammelten wir uns an unserem großen Ziehbrunnen, wo eine Gärtnerin, eine Taucherin und ein Angler über die verschiedenen Dimensionen des Wassers philosophierten und in die biblischen Wasser-Geschichten des Tages einführten, bevor die Kinder in Gruppen die jeweiligen Tagesthemen vertieften. Und auch zwischendurch spielte das Wasser natürlich eine wichtige Rolle für uns – beim Baden im Schaalsee, beim Start der Wasserrakete oder beim Löschen des abendlichen Lagerfeuers.

Spannend wurde es nochmal am letzten Tag. Unsere Entdeckungsreise führte uns nach Samarien, wo Jesus am Brunnen Rast macht. Mit einer fremden Frau entspinnt sich ein Gespräch über das Wasser. Jesus verspricht lebendiges Wasser, das in uns zu einer sprudelnden Quelle werden kann, die Leben schenkt. Gemeinsam überlegten die Kinder, wie sie selber „Quelle“ sein können, die  weiter gibt, was Leben schenkt und stärkt. Mit einer bunten Collage und beeindruckenden Interviews erzählten die Kinder von Freude und Hoffnung, von Teilen und Liebe, von Aufmerksamkeit für den Nächsten und gegenseitiger Unterstützung.

Und dann habe ich noch die letzte biblische Szene vor Augen. Die Kinder hatten die bekannte Szene vom reichen Fischfang der Jünger gefilmt. „Mittags fängt man doch keine Fische!“ sagt Petrus zu Jesus. Die Antwort Jesu in dieser Szene ist der größte Schatz, den ich von dieser Woche mitnehme. Jesus sagt: „Vertrau mir – das wird schon was.“

Wenn ich nur diesen einen Satz behalte, dann kann ich daraus leben und meinen Alltag gestalten – auch, wenn nicht immer alles gleich gelingt, wenn die Mühe manchmal vergeblich scheint und der Erfolg ausbleibt, wenn manches sich anders als geplant entwickelt oder Wachstum einfach Zeit braucht.
Jesus sagt: „Vertrau mir – das wird schon was.“

Stefan Mannheimer, Diakon