Ihr seid meine Freunde! | Christiana Zynda

Was sind eigentlich Freunde?
Kurz gesagt: Freunde und Freundinnen sind selbst gewählte Familie, also enge soziale Verbindungen zu anderen, die wir uns selbst aussuchen. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Freundschaften sich positiv auf unser Glücksempfinden und unsere Gesundheit auswirken, zumindest wenn damit Vertrautheit und Verlässlichkeit einhergehen. (Sirach 6,14-16)

„Ihr seid meine Freunde!“: Jesus – unser Freund?
Freundschaft hat immer auch etwas damit zu tun, einander auf Augenhöhe zu begegnen. Ist das mit Jesus möglich? Auf den ersten Blick müssen wir das wohl verneinen, ist er doch Gottes Sohn. Auf den zweiten Blick erzählt uns die biblische Überlieferung etwas anderes: Jesus geht auf die Menschen zu wie ein Freund, ist in ihren Häusern zu Gast, isst und trinkt mit ihnen, tummelt sich auf den Straßen und Plätzen und sucht das Gespräch. Ihm wird sogar vorgeworfen, ein Freund der Zöllner und Sünder zu sein. Um sich sammelt er zwölf Jünger, mit denen er offene und alles miteinander teilende Gespräche führt.

„Ihr seid meine Freunde!“: Jesus feiert Mahl mit seinen Jüngern
„Mit großer Sehnsucht habe ich danach verlangt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen“, sagt Jesus in der lukanischen Erzählung vom letzten Mahl, das er mit seinen Jüngern hält (Lukas 22,15b). So viel Liebe zu seinen engsten Vertrauten, zu seinen Freunden spricht aus diesen Worten. Diese intensive Zuneigung ist auf dem Motiv zur diesjährigen Erstkommunionaktion eingefangen. Jesus blickt liebevoll auf den Freund, dem er ein Stück Brot reicht, er neigt sich ihm dabei zu.

„Ihr seid meine Freunde!“: Jesus feiert mit uns Mahl
Diese Botschaft wird in jeder Eucharistiefeier wiederholt, auch wenn sie nicht ausdrücklich benannt wird. Wie Jesus uns aufgetragen hat, versammeln wir uns, rufen uns seine Worte und Taten in Erinnerung und halten Mahl miteinander. Dabei ist er mitten unter uns. Im Empfang der Kommunion begibt er sich in unsere Hände und verbindet sich mit uns, wird Teil von uns. Und flüstert uns darin immer aufs Neue zärtlich zu: „Ihr seid meine Freunde! So wie ich alles mit euch teile, so könnt auch ihr euer Leben mit mir teilen, eure Freude, eure Sorgen. Ich trage alles gern mit euch. Ich bin bei euch – immer, selbst wenn ihr es nicht spürt.

„Ihr seid meine Freunde!“: Frohe Botschaft an uns
Das Freundschaftsangebot Jesu ist ein großes Pfund, mit dem wir wuchern können. Es ist die Frohe Botschaft, die vielleicht umso dringlicher weitererzählt werden sollte in Zeiten, in denen sich immer mehr Menschen einsam fühlen. Sie wird lebendig, wo wir als christliche Gemeinschaft freundschaftlich miteinander umgehen. Ein Übungsfeld nicht nur für die Kommunionkinder, dessen Erfahrungen sich übertragen lassen auf unser Miteinander in allen Lebensbereichen. Sich einen freundschaftlichen Blick gerade in Konflikten zu bewahren, ist eine Herausforderung, allerdings eine, die lebensförderlich ist.
Was dazu helfen kann? Freundlichkeit. Sie ist Ausdruck freundschaftlichen Verhaltens und zeigt sich beispielsweise in einem Lächeln.

In diesen Wochen feiern die Kinder unserer Pfarrei das Fest ihrer ersten heiligen Kommunion.
Bitte begleiten und unterstützen Sie die Familien der Erstkommunionkinder mit Ihrem freundschaftlichen Gebet.

Christiana Zynda

Bildquellen: