Der HERR segne dich und behüte dich – Sonntagsimpuls 2. Januar 2022

Im neunundvierzigsten Beitrag der Sonntagsimpulse spricht Gemeindereferentin Kordula Petrausch.

„Der Herr segne dich und behüte dich!
Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.“

Im Buch Numeri, im 6. Kapitel, hören wir am Neujahrsfest diesen Segen, den Gott auf sein Volk gelegt hat, in der ersten Lesung.

Auch wir, sein Volk im Neuen Bund, bitten für das kommende Jahr um Segen und Heil!

Ich glaube fest daran, dass Gott uns seinen Segen und sein Heil schenken möchte. Nur manchmal denke ich, wir Menschen sind nicht bereit dafür, nicht offen genug zu empfangen.

Ganz anders ist da Maria. Heute feiern wir das Hochfest der Gottesmutter.
Als der Engel Gabriel mit der Botschaft zu ihr kam, dass sie den Sohn des Höchsten gebären sollte, fragte sie zwar zunächst, wie dies geschehen soll, da sie keinen Mann erkenne, aber dann willigte sie ein in den Heilsplan Gottes mit den Worten: „ Siehe ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,38)Ich glaube nicht, dass Maria die Erklärung des Engels begreifen konnte. Aber sie nahm sie als von Gott gegeben an: „Der Heilige Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.“

So war Maria bereit, Unmögliches anzunehmen und für Gott da zu sein, ihm zu dienen. Auch im heutigen Evangelium hören wir den Satz:
„Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.“

Mich beeindruckt diese Lebenshaltung Mariens. Wie sie sich von Gott in Anspruch nehmen lassen hat, Ja gesagt hat zu dieser Erwählung, all den Worten der Verheißung. Und ihr Ja endete nicht da, wo es anfing, schwer zu werden. Sie bekam ihren Sohn in einem Stall.
Falls Maria doch gezweifelt haben sollte, ob alles so richtig geschieht, bestätigten die Hirten ihr nochmals die Nachricht, die auch sie von dem Engel gehört hatten: „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; es ist der Christus, der Herr.“

So möchte uns Gott im Leben führen, auch Sie.
Voraussetzung ist, dass wir auf Gott hören und ihm vertrauen, also dass wir glauben!
Ich habe noch gut im Ohr, wie unser Erzbischof Stefan Heße zu seiner Bischofsweihe den Leitsatz aus dem Matthäusevangelium wählte:

„Bei Gott ist alles möglich“ (Mt 19,26). Vertrauen wir uns seiner Führung an.

Auf der Ikone sehen wir Maria, wie sie offen und bereit ist. Sie ist sozusagen das Tor, durch das Jesus zu uns kommt! Jesus der Immanuel – der Gott mit uns!
Durch Maria hat Gott uns den Heiland, den Retter geschenkt. Seinen Sohn Jesus Christus!

Mit Psalm 34 rufen wir:
Naht euch dem Herrn, Freude im Antlitz, rufet ihn an, er neigt sich euch zu. Kostet und seht, wie gütig der Herr, Allen wird Heil, die ihm vertraun. (Gl 826)