Autoren-Archiv: Alexander Schmitt

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige.“ – Sonntagsimpuls 02.05.2021

Im achtundreißigsten Beitrag der Sonntagsimpulse spricht Diakon Stefan Mannheimer über die Früchte, die wir hervorbringen.

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige.“ Sagt Jesus. „Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.“

Immer, wenn ich diesen Abschnitt aus dem Johannesevangelium höre, tauchen Bilder aus meiner Kindheit auf. An meinem Elternhaus hatten wir einen uralten Weinstock. Vermutlich war er fast so alt wie das über 100-jährige Haus. Ein dicker knorriger Stamm – und mehr als das halbe Haus war mit Ästen, Reben und dichtem Blattwerk umrankt. Wir brauchten im Sommer keine Markise, denn der Weinstock spendete Schatten. Jedes Jahr war es spannend, wie wohl die Trauben schmecken würden. Mal waren sie groß, saftig und süß – und im anderen Jahr eher klein und sauer. Je nach Witterung – denn mein mecklenburgisches Heimatdorf gehörte eigentlich nicht zu den Weinanbaugebieten.

Jesus sagt: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Bringe ich Frucht? Sind diese Früchte süß oder sauer? Bringt unsere Kirche Frucht, welche Menschen auf den Geschmack bringt – Frucht, die neugierig auf Gott macht und einlädt, das Evangelium zu leben? Oder sind diese Früchte eher sauer – dass es einem sauer aufstößt? Ich glaube, da gibt es noch einiges zu tun!

Früchte kann man nicht machen oder erzwingen. Aber wenn der Boden gut bereitet ist, wenn die Pflanze gut versorgt und gepflegt wird, wenn die Witterung gut ist – Dann wachsen die Früchte von ganz alleine! Im Bild Jesu gesprochen: Wer mit ihm, dem wahren Weinstock wirklich verbunden bleibt, der bringt reiche Frucht. Der oder die kann gar nicht anders – denn die Früchte wachsen von selbst.

Jesus hat ja nicht gesagt: Wer mit mir verbunden sein will, der muss gefälligst reiche Frucht bringen. Nein, Jesu Wort ist eine ZUSAGE: Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der BRINGT reiche Frucht.

Ernsthafte Verbundenheit mit Jesus Christus bleibt eben nicht folgenlos. So wie die Reben am Weinstock einfach der Sonne entgegenwachsen und schließlich Frucht bringen, so ist es wohl mit jenen, die mit Christus verbunden sind. Und wie der Weinstock sich verzweigt und wächst, so werden wir mit hineingenommen in das Wachstum der Gottesherrschaft.

Oft nehme ich überrascht zur Kenntnis, welche Früchte da am Wachsen sind. Nachbarn, die einfach füreinander da sind, Frauen und Männer, die sich für Menschen in Not engagieren. Leute, die sich für Verständigung einsetzen, für gegenseitige Achtung und ein respektvolles Miteinander. Ehrenamtliche, die ihre Zeit schenken für Wachstum in unseren Gemeinden – und weit darüber hinaus.

Unsere Pfarrpatronin, die hl. Elisabeth hat die Früchte des Glaubens einmal mit diesen Worten beschrieben: „Wir müssen die Menschen nur froh machen.“ Klingt irgendwie ganz einfach – und Gelegenheiten gibt es ja genug. Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag – und Freude an der Verbundenheit am Weinstock Jesu!

Vom Bild des guten Hirten – Sonntagsimpuls 25.04.2021

Im siebenundreißigsten Beitrag der Sonntagsimpulse spricht Pastor Dr. Jürgen Wätjer über die Hirt_innen in unserer Gemeinschaft.

Liebe Schwestern und Brüder!

Was für ein schönes Bild! Ein Schäfer in der Lüneburger Heide im Sommer inmitten der Natur, umgeben von treuen Hunden. Gestützt auf seinen Stab ruhig vor sich hin sinnierend. Welche Idylle! – Lassen wir uns nicht täuschen: Die Wirklichkeit und der ganze Alltag eines Hirten sind weniger geprägt von Romantik. Das ist harte Arbeit. Kein Acht-Stunden-Tag! Mehrere Hundert Tiere dauernd im Auge behalten. Die Wege und Weidegründe kennen. Die Muttertiere und Lämmer hegen und pflegen. Verletzte behandeln. Kurz: Ein Beruf, den man ganz ausfüllen muss und der sich nicht mit Feierabend um Fünf machen lässt. Es gehört voller Einsatz und überdurchschnittliches Zugegensein zu diesem Beruf. Hirt und Herde sind aufeinander angewiesen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Aufgabe jemand machen kann, der sich nicht auf die Tiere, auf dauernde Gemeinschaft und langes Miteinander-Unterwegssein einlässt.

Der Abschnitt aus dem Johannesevangelium verschweigt nicht diesen anspruchsvollen Dienst. Da ist die Rede von »ich gebe mein Leben« und »ich kenne die Meinen« und »sie werden auf meine Stimme hören« – alles Aussagen, die darauf hindeuten, welch intensive Beziehung notwendig ist, um eine Herde zu führen. Wenn das schon mit den Tieren so ist, wie viel mehr dann noch mit den Menschen. Letztlich aber geht es um Gott selbst als dem Hirten seines Volkes. Er ist Beziehung. Er hat sich geäußert als Schöpfer der Welt und des Menschen. Es ist ihm nicht egal, was mit der Erde geschieht. Im ersten Bund in der Geschichte des Volkes Israels und im endgültigen Bund in Jesus Christus bindet er sich unwiderruflich an uns.

Ein Hirte hat auch Verantwortung für seine Herde. Ihm wurden viele Tiere anvertraut, oft auch von ganz unterschiedlichen Herkünften. Er muss sich mit ihnen vertraut machen, damit »sie auf meine Stimme hören«. Sie werden nur dann hören und gehorchen, wenn sie mich kennen und mit mir gute Erfahrungen gemacht haben. Nachhaltiges Wachstum kann nur geschehen in einem längeren Miteinander. Seelsorger_innen leiden manchmal darunter, dass in Zeiten der Pastoralen Räume oft nur punktuelle Kontakte zu den Menschen möglich sind. Sie können zwar für den Moment ausreichend sein können, aber vielleicht auf Dauer nicht nachhaltig. Gemeindebildung kann dadurch geschwächt sein. Kein Wunder, dass gemeinsames Unterwegssein immer mehr Anhänger findet. Pilgern ist wieder in! Da kann ich als Glaubender und Suchender Erfahrungen machen mit mir selbst und durch Begegnung mit andern. Die kann ich mir gar nicht immer aussuchen. Oft begegnen sie mir überraschend oder befremdend. Sich Zeit zu nehmen, miteinander zu sprechen, miteinander zu essen und miteinander ein Stück des Weges zu gehen, sind die Grundelemente von Beziehung.

An diesem Samstag und Sonntag laden wir in unseren Gemeinden und Pfarreien am Weltgebetstag um geistliche Berufungen zum privaten und gemeinsamen Gebet ein: „Werft die Netze aus!“ Christus möge seiner Kirche und unserer Welt Frauen und Männer schenken, die in einem kirchlichen Beruf ihre Hingabe leben – sei es als Gemeindereferent_in, Pastoralreferent_in, als Diakon oder Priester, in einer Ordensgemeinschaft. Auf der Homepage www.wdna.de finden sie Hinweise und Gebetsanregungen zu dieser deutschlandweiten Gebetsaktion.

Das Bild des guten Hirten macht deutlich, dass es ohne ein Sich-Hineingeben in die Situation und in Beziehungen nicht geht. Sein Auftrag umfasst Leiten und Führen genauso wie Beschützen und Hegen. Verweilen und Aufbrechen genauso wie Sammeln und Begrenzen. Unterwegs sein genauso wie Ruhen. Das heißt: Leben ermöglichen durch kluge und mitfühlende Leitung. Diese göttliche Art brauchen wir heute dringender denn je, sowohl in der Kirche als auch in Schulen und Betrieben. Die Krise der gegenwärtigen Zeit kann uns neu auf diese Wurzeln menschlichen Miteinanders verweisen.

Ich wünsche mir gute Hirtinnen und Hirten auf allen Weiden unseres Lebens.

Amen. Halleluja.

Evangelium: Johannes 10, 11-18

In jener Zeit sprach Jesus:
Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen, lässt die Schafe im Stich und flieht; und der Wolf reißt sie und zerstreut sie. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es von mir aus hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

Gebet

Jesus, göttlicher Hirt,
du hast die Apostel berufen und zu Menschenfischern gemacht.
Rufe auch heute (…) Menschen in deine Nachfolge und deinen Dienst.
Öffne ihnen den Blick für die stumme Bitte so vieler um das Licht der Wahrheit und die Wärme echter Liebe.
Lass sie getreu ihrer Berufung am Aufbau deines geheimnisvollen Leibes mitarbeiten und so deine Sendung fortsetzen.
Mach sie zum Salz der Erde und zum Licht der Welt.
– Papst Paul VI.

Jetzt mitmachen! – Wahlen 2021

Vom 31. Oktober bis 21. November 2021 finden in der Pfarrei Heilige Elisabeth die Wahlen der Gemeindeteams und des Kirchenvorstandes statt. Alle Pfarreimitglieder sind herzlich eingeladen, Kirche mitzugestalten und sich ehrenamtlich zu engagieren. Grundlage für ihr Handeln sind das Evangelium und das Pastoralkonzept der Pfarrei, an dem die gemeinsame Arbeit sich ausrichtet.

Für alle Interessenten an der Mitarbeit in Kirchenvorstand, Fachausschüssen oder Gemeindeteams bietet die Pfarrei jeweils eine Informationsveranstaltung an. Dabei wird noch einmal ausführlicher über die Aufgaben und Kompetenzen der jeweiligen Gremien informiert. Hier erfahren Sie auch, von welchem Zeit- und Arbeitsaufwand Sie bei Ihrer Mitarbeit ausgehen können. Erfahrung in der Mitarbeit in kirchlichen Gremien ist nicht erforderlich.

Pfarreimitglieder, die ihr eigenes Interesse bekundet haben und Personen, die von anderen vorgeschlagen wurden, werden vom Wahlvorstand kontaktiert und ihre Bereitschaft zur Kandidatur abgeklärt.

Alle Interessenbekundungen / Vorschläge für den Kirchenvorstand und die Gemeindeteams müssen bis zum 30. Mai 2021 beim Wahlvorstand des eingegangen sein. Spätere Bewerbungen/ Vorschläge können nicht berücksichtigt werden. Für die Fachausschüsse läuft diese Frist am 4. Juli 2021 ab.

Kirchenvorstand und Gemeindeteams werden im Zeitraum vom 31. Oktober bis 21. November 2021 um 18.00 Uhr von den Mitgliedern der Pfarrei gewählt. Die Mitglieder der Fachausschüsse des Kirchenvorstandes werden Anfang 2022 durch den Kirchenvorstand gewählt. Die nächste Amtsperiode der Gemeindeteams, des Kirchenvorstandes und der Fachausschüsse dauert nur drei Jahre.

Nähere Informationen finden Sie in diesem Dokument.

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