Autoren-Archiv: Alexander Schmitt

Und ich weiß nicht wie… – Sonntagsimpuls 13.06.2021

Im fünfundvierzigsten Beitrag der Sonntagsimpulse spricht Vera Hofbauer-Dudziak über die Aussaat und die Ernte – und was das mit unserem Leben zu tun hat.

Ein paar Wochen dauert es in diesem Jahr wohl noch bis zur Getreideernte. Je nach Witterung ist sie mal früher, mal später – aber sie kommt. In der Region, aus der ich komme, gibt es die Redensart: „Das Getreide ist zeitig.“ Das ist wohl die Kurzform für „die Zeit der Ernte ist da“ (Mk 4,29b) aus dem heutigen Evangelium.

Ob sich die Mühe des Aussäens und der Feldpflege gelohnt hat, ist tatsächlich erst am Tag der Ernte sichtbar. Denn erst dann können die Körner auf Quantität und Qualität überprüft werden. Und oft kommen da tatsächlich Überraschungen zutage.

Bis dahin keimt und wächst der Samen und der Säende „weiß nicht wie“ (Mk 4,27b), wie es im Evangelium so schön heißt.

Ich frag mich oft, ob das, was ich den ganzen lieben langen Tag „aussäe“, keimt und wächst – oder auch nicht. Manchmal sehe ich das Ergebnis, bekomme eine direkte Rückmeldung oder habe die Möglichkeit danach zu fragen. Manchmal habe ich aber auch keine Ahnung davon oder es sieht fast so aus, als wäre alle Mühe vergebens gewesen. Vielleicht kennen Sie solche Situationen auch aus Ihrem Leben. Jesus beruhigt uns: Ob Ihre und meine Aussaat, durch unterschiedlichste Worte und Taten das Reich Gottes in der Welt „einzupflanzen“, auch tatsächlich keimt und wächst, wird erst am Tag der Ernte sichtbar.

Bis dahin gibt es keinen Grund, hoffnungslos zu werden. Auch wenn meine und Ihre Mühe manchmal vergeblich scheint – vertrauen wir auf den Segen Gottes für unser Tun! Vielleicht keimt und wächst das Ausgesäte auf eine Weise, die wir nicht ahnen können.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag!

Gedanken zu Fronleichnam – Impuls

Im vierundvierzigsten Beitrag der Impulse spricht Peter Beckwermert über seine Gedanken zu Fronleichnam.

Fronleichnam – komisches Wort – Als Kind dachte ich immer daran, dass man froh und glücklich über eine Leiche, den Tod sein soll. Seltsam.

Nein, es geht um etwas anderes: Um „Corpus Christi“ den Körper des Herren!

Nach der Passion, dem Leidensweg Christi mit Demütigungen, Verfolgungen, Aburteilung und Hinrichtung, Tod und Auferstehung, Trauer und Verzweiflung, flüchtige Begegnung auf dem Weg nach Emmaus, Himmelfahrt und das Gefühl ganz allein gelassen zu sein. Dann die erneute Wende an Pfingsten. Da ist ja der Geist, den wir spüren, der uns bewegt! Der bleibt!

Und jetzt wird es wieder handfest und gegenständlich: Der Körper Christi!

Wir Menschen brauchen das. „Nur“ so ein Gefühl, ein Geist, das reicht nicht. Und deshalb wird ER gezeigt, wird bei einer Prozession herumgetragen, dass es alle sehen können: Gott ist groß! Gott ist in dieser Welt!

Nicht nur sein Geist, auch körperlich, wahrhaftig. Wir sehen ihn in der Gestalt des Brotes, das uns an das letzte Abendmahl mit den Jüngern erinnert.

Und dieses Stück Brot dürfen wir selbst in unsere Hände nehmen und es uns einverleiben. Damit es uns stark macht. Mehr als nur unseren Hunger stillt. Gott in uns! Der Herr, der aus uns keine Knechte macht – sondern uns zur Freiheit führt.

Jetzt, wo die Zahlen der Neuinfektionen zurückgehen und es nicht mehr so gefährlich ist, kommen Sie mal wieder in die Kirche – um den Geist spüren zu können und um sich mit einem ganz kleinen Stückchen Brot mehr als nur den Hunger stillen zu lassen. Das macht stark und frei!

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